30. Dezember 2019 · Kommentare deaktiviert für DANKE und AUF WIEDERSEHEN · Kategorien: Allgemein

Die alten Fotos sind verblasst, die Erinnerungen an 35 Jahre Gemeindearbeit in der Kirchengemeinde Otzenrath-Hochneukirch aber nicht.

Das waren noch Zeiten! Im Winter 1984 startete an der Ev. Kirche in Hochneukirch eine merkwürdige Prozession. Nach der feierlichen Begrüßung durch den Kirchenchor wurde das neue Pastorenehepaar mit Pferd und Wagen nach alter Sitte „eingeholt“ und nach Otzenrath kutschiert, um an der dortigen Ev. Kirche mit Posaunenklängen empfangen zu werden. Zugegeben, diese Tradition wirkte auch damals schon ein wenig antiquiert, aber sie musste nach dem erklärten Willen des Presbyteriums doch sein. Wie man sieht, hat sie bis heute ihre Wirkung auf uns nicht verfehlt.

Persönliche Rückblicke können ausführlich und damit für die Zuhörenden oder Lesenden langatmig sein. Darauf möchten wir verzichten. Die vielen Erinnerungen, die wir wie Schätze im Herzen tragen, sind dort gut aufgehoben. Dazu gehören die Menschen, die uns warmherzig empfangen haben, uns auch kritisch begleitet und ein Stück Leben mit uns geteilt haben. Menschen gehören dazu, denen wir in den verschiedenen Lebenssituationen Begleiter sein und von der Hoffnung erzählen durften, die wir als Glaubende im Leben und im Sterben haben. Die Kinder und Jugendlichen gehören dazu, denen wir die biblischen Geschichten nahebringen durften, etwa bei den vielen Kinderbibelwochen, im Konfirmandenunterricht oder in den Schulgottesdiensten. Die regen Diskussionen bei den Frauenhilfe-Nachmittagen oder im Bibelkreis haben uns gezeigt, wie aktuell die alte biblische Botschaft bis heute ist.

Unser Dank gilt den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, die Gemeinde erst zu einer lebendigen Gemeinschaft machen, ob in der Leitung von Gruppen und Kreisen, der Kinder- und Seniorenarbeit, dem Besuchsdienst, bei der Verteilung der Gemeindebriefe oder im Presbyterium. Die Arbeit eines Pfarrers oder einer Pfarrerin ist stets eingebunden in das Engagement der Menschen, die sich mit ihren Gaben, ihrem Glauben und Gebeten an den verschiedenen Stellen in der Gemeinde einbringen.

Wer die alten Fotos genau betrachtet, merkt, dass sie wirklich Geschichte sind. Der Weg von Hochneukirch nach Otzenrath, der Holzer Wasserturm, die alte Otzenrather Kirche, sie alle sind dem Braunkohlentagebau zum Opfer gefallen. Es waren bewegte Zeiten, die wir vor, während und nach der Umsiedlung mit allen Betroffenen geteilt haben. Da gab es politische Diskussionen und Proteste, da war die jahrelange Ungewissheit, ob denn der Tagebau nun kommt oder nicht. Bei vielen Besuchen war der psychische Druck zu spüren, der auf den Menschen lastete. Nach der Leitentscheidung hielten die konkreten Verhandlungen mit dem Bergbautreibenden und die Neubauplanungen die Umsiedler in Atem. Auch die Vertreter des Presbyteriums hatten alle Hände voll zu tun, damit nach der Umsiedlung am neuen Ort nicht nur wieder eine Kirche und ein Pfarrhaus, sondern auch Seniorenwohnungen errichtet werden konnten. Diese Zeit hat alle sehr eng zusammengeschweißt, sie führte aber auch zu Entscheidungen, die nicht von allen mitgetragen wurden.

Wir sind dankbar, dass die Gemeinde mit ihren beiden Kirchen nach der Umsiedlung noch enger zusammengewachsen ist.  Mit vielen engagierten ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden ist sie gut aufgestellt für die Zukunft, die sicher auch weiter von Veränderungen geprägt sein wird.

Leben bedeutet Veränderung. Auch für uns steht nun nach 35 Jahren eine große Veränderung an. Wir scheiden nicht nur aus dem Beruf, sondern beginnen einen neuen Lebensabschnitt an einem neuen Wohnort. Wir tun dies in der Gewissheit, dass Gott, der Herr, unser Leben begleitet. Die Worte unseres Trauspruches aus Psalm 119 mögen uns dabei leiten: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ Mit diesen Worten verabschieden wir uns auch von Ihnen in der Hoffnung, dass Gottes Wort Ihnen allen den guten Weg für Ihr Leben zeigen möge.

Anneliese Haubrich-Schmitz und Heinz-Günter Schmitz

29. Dezember 2019 · Kommentare deaktiviert für Liebe Anneliese, lieber Heinz-Günter, … · Kategorien: Allgemein

wir haben uns im Vorfeld mit Gemeindegliedern unterhalten, Bekannte und Verwandte befragt und in den Archiven gestöbert und stöbern lassen. Das Ergebnis dazu findet sich hier und auf zwei weiteren Seiten dieses Gemeindebriefes. An dieser Stelle möchten wir nicht so sehr auf die Zahlen eingehen, sondern vielmehr unsere Herzen sprechen lassen.
Wir sind im Schnitt nicht viel älter als eure Dienstzeit in unserer Gemeinde lang war und trotzdem verbindet jeder von uns ganz persönliche Geschichten mit euch. Ihr habt uns getauft, konfirmiert und getraut. Wir haben zusammen gelacht und geweint, getrauert und gefeiert, am Lagerfeuer musiziert und auf Synoden debattiert. Ihr wart ein wichtiger Teil unserer Leben. So persönlich und unterschiedlich der Glaube des Einzelnen auch sein mag, bei einem sind wir uns einig, unser Glaube trägt eure ganz persönliche Note.
Nicht zuletzt euer Lebenslauf macht euch zu etwas ganz Besonderem. Nicht jeder Pfarrer verbringt beinahe seine gesamte Dienstzeit in einer einzigen Gemeinde und der Prozentsatz derer, die dann auch noch mit einer Um-siedlung und den damit verbundenen Herausforderungen konfrontiert sind dürfte gegen Null tendieren. In einer Zeit in der Ihr ein neues Kirchengebäude planen musstet, ein Zuhause für ältere Menschen geplant und gebaut habt, das neue Pfarrhaus geplant habt und euch um mehr als nur euren eigenen Umzug kümmern musstet, hattet ihr trotz allem noch ein Ohr für die Ängste und Nöte der Gemeindeglieder. Von außen betrachtet hatte man oft den Eindruck, dass euch einfach nichts aus der Bahn werfen kann. Wer euch näher kennt, weiß aber, dass ihr oft kämpfen musstet für die Gemeinde und dass nicht alles einfach spurlos an euch vorbeigegangen ist.
Worauf blickt ihr am Ende eurer Dienstzeit nun zurück? Den reichhaltigen Schatz an persönlichen, emotionalen Momenten können wir nur erahnen. Was wir mit eigenen Augen sehen können ist eine lebendige Gemeinde mit zwei wunderschönen Kirchen.
Gemeindegliederzahlen die entgegen dem Trend seit Jah-ren kaum gesunken sind, interessante Angebote für Jung und Alt, eine aktive Jugendarbeit, eine tolle Seniorenarbeit, einen interessanten Gemeindebrief und unzählige Kleinigkeiten die wir mittlerweile als selbstverständlich hinnehmen… Und alles trägt eure Handschrift.
Wir sind ein verhältnismäßig junges Presbyterium, man nannte uns sogar schon Lebensunerfahren. Ihr aber habt weder auf unsere Geburtsurkunden noch in unsere Lebensläufe geguckt um uns zu beurteilen. Ihr habt in unsere Herzen gesehen, so wie der Glaube, den wir teilen, es uns gelehrt hat.
Wir danken euch für diesen Vertrauensvorschuss und versprechen euch, alles in unserer Macht Stehende zu tun, diese Gemeinde, nein, eure Gemeinde nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen und wachsen zu lassen. Ihr hinterlasst ein großes Loch, das selbst die bestmögliche Nachfolge wahrscheinlich nie ganz ausfüllen kann.
Wir haben uns oft über den Abschied von euch unterhalten aber es fühlte sich immer nach etwas an, das in ferner Zukunft liegt. Und jetzt schreiben wir hier diesen Text, weil wir ihn im letzten Gemeindebrief vor eurer offiziellen Verabschiedung veröffentlichen wollen. Es folgen schon bald eine letzte gemeinsame Adventszeit, ein letztes Weihnachtsfest, eine letzte Presbyteriumssitzung, ein letzter Gottesdienst… So sehr wir uns auf jeden dieser Anlässe freuen, die Tatsache das es jeweils ein letztes Mal mit euch ist, macht uns wehmütig.
Wir möchten diesen Text eigentlich nie enden lassen, weil auch das wieder ein greifbarer Abschnitt auf dem Weg zu eurer Verabschiedung ist, aber die Realität holt uns schneller ein als uns lieb ist. Der Abschied ist gekommen.

Wir wünschen euch von Herzen für euren neuen Lebensabschnitt, viel Glück, Gesundheit, Kraft und Vertrauen und dass alles so wird wie ihr es euch wünscht.

Euer Presbyterium Marcel Mostert, Vorsitzender

29. Dezember 2019 · Kommentare deaktiviert für …im Archiv gefunden… · Kategorien: Allgemein

Über dreißig Jahre haben Pfarrer Heinz-Günter Schmitz und Pfarrerin Anneliese Haubrich-Schmitz in unserer Kirchengemeinde ihren Dienst versehen. Gepredigt, getauft, getraut, konfirmiert und beerdigt. Menschen seelsorgerisch in schwierigen Situationen begleitet, diakonisch geholfen, wo konkrete Hilfe nötig war. Reisen organisiert, Vorträge gehalten, Feste gefeiert, Kreise und Gruppen in ihrer Arbeit begleitet. Unzählige Besuche gemacht, zusammen mit dem Presbyterium die Gemeinde geleitet und die Otzenrather in der schweren Zeit der Umsiedlung begleitet. Nun nehmen sie Abschied von „ihrer“ Gemeinde und wir von ihnen. Wir haben in unser Archiv geschaut, Familie und Freunde der beiden haben uns mit Fotos und Zeitungsartikeln unterstützt. Das Ergebnis finden Sie hier. Vielleicht erinnern Sie sich an das ein oder andere, schmunzeln bei dem Gedanken daran, wie es mal war, denn „je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.“ (Zitat von Dietrich Bonhoeffer).

28. Dezember 2019 · Kommentare deaktiviert für Presbyteriumswahl 2020 · Kategorien: Allgemein

Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten


Auf der Gemeindeversammlung am 17.11.2019 stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten für die Presbyteriumswahl 1. März 2020 vor. Erneut kandieren Liana Brill, Claudia Huber (Mitarbeiterin), Michal Jericho, Dr. Leontine von Kulmiz , Marcel Mostert und Frédéric Müller. Während der Gemeindeversammlung wurde noch Marco Morjan vorgeschlagen. Alle vorgeschlagenen Personen erklärten sich zur Kandidatur bereit. Da die Anzahl der kandidierenden Gemeindeglieder nicht ausreichend ist, hat das Presbyterium beim Kirchenkreis beantragt, dass keine Wahl stattfindet, sondern die Kandidaten automatisch mit der Kandidatur gewählt sind. Sollte der Kirchenkreis diesem Antrag zustimmen, wird das Presbyterium am 22.03.2020 während des Gottesdienstes in Hochneukirch eingeführt.
Silke Grimm