Da wir mindestens bis zum 19. April keine Gottesdienste in unseren Kirchen in Hochneukirch und Otzenrath feieren werden, werden wir an jedem Wochenende „Gedanken zum Sonntag“ veröffentlichen. Die „Gedanken zum Sonntag“ versenden wir auch als Newsletter. Wenn Sie diesen Newsletter erhalten möchten, so senden Sie eine Mail mit dem Betreff „Newsletter“ an die Mailadresse otzenrath-hochneukirch@ekir.de

Hier finden Sie die ersten „Gedanken zum Sonntag“:

Predigttext:
Jesaja 66, 10-14
10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.
11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust.
12 Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen.
13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.
14 Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.
 
Liebe Gemeinde, liebe Freundinnen und Freunde der Ev. Kirchengemeinde Otzenrath-Hochneukirch,
 

epd/GB

winzig klein ist er, nur unter dem Mikroskop ist er zu sehen, der die ganze Welt grade in Atem hält: der Virus Corona. Ein unsichtbarer Feind breitet sich aus. Er schwirrt umher, dringt ein und verübt ein böses Werk. Er hat das Zeug uns in Angst zu versetzen. Er zwingt uns Menschen in die Isolation. Einschränkungen sind uns auferlegt. Die Nachrichten mit neuen Maßnahmen überschlagen sich geradezu. So etwas haben wir alle noch nie erlebt. Und wenn ich „Alle“ schreibe, dann deshalb, weil er alle betrifft: Frauen und Männer, Reiche und Arme, Mächtige und Machtlose, Menschen aller Hautfarben, Religionen…Virus Corona macht da keinen Unterschied.Unser Leben ist plötzlich völlig verändert: alle Veranstaltungen fallen aus. Menschen halten Abstand voneinander. Haben Sie auch bemerkt, wie still unsere Städte und Dörfer geworden sind?

 
Am Sonntag hätten wir eigentlich Gottesdienst gefeiert und die Presbyterinnen und Presbyter eingeführt. Anschließend wollten wir mit der Gemeinde zusammen bleiben und uns vorstellen. Aber nun fallen auch alle Gottesdienste aus. Menschen planen und schnell werden die Pläne durchkreuzt. Wir stellen grade fest, dass Selbstverständliches in Frage gestellt ist; wie klein der Mensch werden kann.
 
Der Sonntag am 22.März 2020 trägt den Namen Laetare. Laetare heißt „Freue dich!.“ Mitten in der Passionszeit, in der wir an das Leiden Christi denken, ein Sonntag, der uns auffordert zur Freude. Deshalb nennt man ihn auch den „kleinen Ostersonntag“. Dieser Sonntag möchte uns auch in dieser Leidenszeit ansprechen und uns erreichen. Denn ein Satz, der aus dem Predigttext geradezu heraussticht, ist eine sehr tröstliche Verheißung, ein Versprechen Gottes: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“Und das heißt doch, wir sind in unserer Angst, unserer Sorge nicht alleine. Wir haben Gott an unserer Seite. Und er verspricht uns damit auch, mit uns durch diese Zeit zu gehen. Wir Christen glauben nicht an einen „Zauberergott“, der Corona einfach verschwinden lässt. Aber wir dürfen glauben, dass er uns stärkt, uns Hoffnung gibt, so dass wir den Blick heben können, um zu sehen, was jetzt nötig ist. Und was wir in diesen Zeiten dringend brauchen, ist, füreinander zu beten. In unsere Gebete sollten wir alle Menschen mit einschließen, die jetzt an psychische und physische Belastungsgrenzen stoßen: die Erkrankten, die Trauernden, das Personal in den Krankenhäusern, in den Geschäften, die geöffnet bleiben dürfen, die Obdachlosen auf den Straßen… Manche Gemeinden laden um 18 Uhr ein zum persönlichen Gebet zu Hause und verbinden die Gläubigen zu einer Gemeinschaftsgebet.
 
Lassen Sie uns ihnen gleich tun und uns so miteinander verbunden fühlen. Und vielleicht schlagen wir durch diese Verbundenheit dem Virus der Isolation ein Schnippchen. Lassen Sie uns mit Gottes Hilfe hoffnungsvoll nach vorne blicken in die Zukunft. Der Zukunft entgegenblicken heißt, Gott entgegenblicken. Und Gott entgegenblicken heißt, dem Leben entgegenblicken. Und so nehmen wir diese Welt ins Gebet und vertrauen auf Gottes heilsame Gegenwart. Amen.
 
Andreas Buddenberg, Pfarrer
 
Wochenlied:
 
Segen:
Gott sei dir nahe am Morgen, wenn du noch nicht weißt, was kommen mag;Gottes lebendige Kraft begleite dich durch den Tag, auf dass du unverzagt und frohen Mutes zum Segen für andere wirst;Gott halte seine Hand am Abend schützend über dich, wenn du müde deine Augen schließt, auf dass du bewahrt bleibst und ruhen kannst in seinem Frieden!
Amen.
 
Die Kirchengemeinde Otzenrath-Hochneukirch ist für Sie telefonisch unter 0176 421 497 27 tagsüber erreichbar.