27. März 2020 · Kommentare deaktiviert für Gedanken zum Sonntag „Judika“ · Kategorien: Allgemein

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Da wir mindestens bis zum 19. April keine Gottesdienste in unseren Kirchen in Hochneukirch und Otzenrath feieren werden, werden wir an jedem Wochenende „Gedanken zum Sonntag“ veröffentlichen. Die „Gedanken zum Sonntag“ versenden wir auch als Newsletter. Wenn Sie diesen Newsletter erhalten möchten, so senden Sie eine Mail mit dem Betreff „Newsletter“ an die Mailadresse otzenrath-hochneukirch@ekir.de

Die „Gedanken zum Sonntag“ der Vorwoche finden Sie rechts im Menü.

Hier finden Sie die zweiten „Gedanken zum Sonntag“:

Judika = schaffe mir Recht

Wochenspruch:
„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ | Mt 20,28

Predigttext:
Hebräer 13, 12-14
12 Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.
13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen.
14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Gemeinde, liebe Freundinnen und Freunde der Ev. Kirchengemeinde Otzenrath-Hochneukirch,

es ist ja schon erstaunlich in diesen Zeiten, in denen das öffentliche Leben kaum noch stattfindet, in denen wir Abstand zueinander halten und auch das Gemeindeleben auf ein Minimum beschränkt ist, dass aber Corona zum Trotz eins bleibt: die Verkündigung des Wortes Gottes! Die Presbyterien, die Pfarrerinnen und Pfarrer, die Mitarbeitenden werden in dieser weltweiten Krisenzeit sehr erfinderisch, wie sie Menschen mit Gottes Wort zum Trost erreichen können. In der Ev. Kirchengemeinde Otzenrath-Hochneukirch wollen wir Sie ansprechen über die Andachten zum Sonntag auf der Homepage, im Newsletter, auf Facebook. Und wir planen einen Videogottesdienst zum Osterfest und eine Balkonandacht vor den Seniorenwohnungen.

Heute erreicht Sie ein kurzer Predigttext aus dem Hebräerbrief. Dieser Text ist ganz anders als das Weihnachtsevangelium, das sehr viele Menschen Heilig Abend jedes Jahr wieder gerne hören. Hier werden wir an das Leiden Jesu erinnert und an das Leiden in der Welt. In Vers 13 wird ganz deutlich gesagt, dass Kirche hinaus gehen soll und so ihrem Namen gerecht werden muss. Das griechische Wort für Kirche heißt Ekklesia: die Herausgerufene.

Auch wenn wir in diesen Zeiten Abstand voneinander halten müssen, dürfen wir bei allem Abstand die nicht vergessen, die in diesen Zeiten ganz besonders leiden. Da ist natürlich an die Infizierten zu denken und deren Angehörige, an die um Verstorbene Trauernden, das Personal in den Krankenhäusern. Aber wir müssen auch die in unsere Gebete mit einschließen, deren Existenz besonders bedroht ist: Geschäftsleute, Reiseunternehmen, Gastronomen, Handwerker, und viele mehr.

Ich mag mir auch gar nicht ausmalen, welche Bedrohung der Virus für die Menschen in Ländern hat, die medizinisch ohnehin schlecht aufgestellt sind, in Afrika, in den Slums in Brasilien und Indien, in den Flüchtlingscamps z.B.

Da sind auch wir als christliche Kirche herausgerufen, nach unseren Möglichkeiten auch finanziell und materiell beizustehen. Auf Brot für die Welt, Diakonie und Caritas warten große Herausforderungen.
Als Christinnen und Christen haben wir einen Auftrag und der heißt Nachfolge: Mit Blick auf Jesus leben, lieben und Gutes tun.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Dies erleben wir grade im Zusammenbrechen der menschlichen Möglichkeiten. Vieles, was uns so sehr sicher vorkam, ist ins Wanken geraten. Die Wirtschaft in der Welt steht auf einmal auf sandigem Boden, die Aktienkurse knicken ein, Politikerinnen und Politiker suchen nach bisher nicht da gewesenen Hilfen, das Gesundheitssystem gerät an Grenzen, das gewohnte Leben ist eingeschränkt…Auch wenn wir hier keine bleibende Stadt haben, wir sind herausgerufen, aufgefordert, uns einzusetzen für eine Welt, wie Gott sie will.
Die zukünftige Stadt, das neue Jerusalem, ist ein Ort, an dem sich Friede und Gerechtigkeit küssen. Wenn das das Ziel Gottes ist, dann muss es unsere Sehnsucht sein, dass Friede und Gerechtigkeit hier auf dieser Erde

Wirklichkeit werden, dass Menschen (auch in Krisenzeiten) in Würde leben können, dass aus Lieblosigkeit und Gedankenlosigkeit verursachte Tränen weniger werden.
Gott traut uns viel zu, nutzen wir unsere Möglichkeiten.

Zum Schluss eine Erzählung von Martin Luther. Es wir überliefert, dass er in persönlichen Krisenzeiten, wenn er nicht mehr weiter wusste, vielleicht auch an die Grenzen seines Glaubens kam, ein Stück Kreide genommen haben soll und mit großen Buchstaben auf den Tisch geschrieben haben soll: „Ich bin getauft.“ Er hat sich damit daran erinnert, was bei allen Höhen und Tiefen im Leben bleibt: die Taufe. Und mit der Taufe ist uns von Gott auf den Kopf zugesagt: „Ich habe dich lieb und ich bin bei dir.“ Mögen wir uns nicht nur in diesen Tagen an dieses Versprechen immer wieder erinnern.
Gott segne uns. Amen.

Andreas Buddenberg, Pfarrer

Am Sonntag um 10 Uhr laden die Glocken der Kirche in Otzenrath und der Kirche in Hochneukirch zum Gebet ein. Wir können uns auch mit der täglichen Gebetsgemeinschaft um 18 Uhr verbunden fühlen.

Wochenlied:

Segen:
Der Gott des Lichtes und des Lebens
strahle leuchtend auf über uns.
Er lasse uns spüren das Feuer der Liebe
und wärme unsere Herzen mit seiner Lebensglut,
damit wir erkennen seine Güte und seine Barmherzigkeit,
die überreich sind für jeden von uns.
Er lasse uns aufstehen, wenn Leid unser Leben lähmt
und lasse uns seine Stimme hören, wenn er ruft:
Ich will, dass du lebst.
Das gewähre uns Gott,
der für uns Licht ist am Tag und in der Nacht;
der Gott, der das Leben liebt über alle Maßen! Amen.

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