29. Dezember 2019 · Kommentare deaktiviert für Liebe Anneliese, lieber Heinz-Günter, … · Kategorien: Allgemein

wir haben uns im Vorfeld mit Gemeindegliedern unterhalten, Bekannte und Verwandte befragt und in den Archiven gestöbert und stöbern lassen. Das Ergebnis dazu findet sich hier und auf zwei weiteren Seiten dieses Gemeindebriefes. An dieser Stelle möchten wir nicht so sehr auf die Zahlen eingehen, sondern vielmehr unsere Herzen sprechen lassen.
Wir sind im Schnitt nicht viel älter als eure Dienstzeit in unserer Gemeinde lang war und trotzdem verbindet jeder von uns ganz persönliche Geschichten mit euch. Ihr habt uns getauft, konfirmiert und getraut. Wir haben zusammen gelacht und geweint, getrauert und gefeiert, am Lagerfeuer musiziert und auf Synoden debattiert. Ihr wart ein wichtiger Teil unserer Leben. So persönlich und unterschiedlich der Glaube des Einzelnen auch sein mag, bei einem sind wir uns einig, unser Glaube trägt eure ganz persönliche Note.
Nicht zuletzt euer Lebenslauf macht euch zu etwas ganz Besonderem. Nicht jeder Pfarrer verbringt beinahe seine gesamte Dienstzeit in einer einzigen Gemeinde und der Prozentsatz derer, die dann auch noch mit einer Um-siedlung und den damit verbundenen Herausforderungen konfrontiert sind dürfte gegen Null tendieren. In einer Zeit in der Ihr ein neues Kirchengebäude planen musstet, ein Zuhause für ältere Menschen geplant und gebaut habt, das neue Pfarrhaus geplant habt und euch um mehr als nur euren eigenen Umzug kümmern musstet, hattet ihr trotz allem noch ein Ohr für die Ängste und Nöte der Gemeindeglieder. Von außen betrachtet hatte man oft den Eindruck, dass euch einfach nichts aus der Bahn werfen kann. Wer euch näher kennt, weiß aber, dass ihr oft kämpfen musstet für die Gemeinde und dass nicht alles einfach spurlos an euch vorbeigegangen ist.
Worauf blickt ihr am Ende eurer Dienstzeit nun zurück? Den reichhaltigen Schatz an persönlichen, emotionalen Momenten können wir nur erahnen. Was wir mit eigenen Augen sehen können ist eine lebendige Gemeinde mit zwei wunderschönen Kirchen.
Gemeindegliederzahlen die entgegen dem Trend seit Jah-ren kaum gesunken sind, interessante Angebote für Jung und Alt, eine aktive Jugendarbeit, eine tolle Seniorenarbeit, einen interessanten Gemeindebrief und unzählige Kleinigkeiten die wir mittlerweile als selbstverständlich hinnehmen… Und alles trägt eure Handschrift.
Wir sind ein verhältnismäßig junges Presbyterium, man nannte uns sogar schon Lebensunerfahren. Ihr aber habt weder auf unsere Geburtsurkunden noch in unsere Lebensläufe geguckt um uns zu beurteilen. Ihr habt in unsere Herzen gesehen, so wie der Glaube, den wir teilen, es uns gelehrt hat.
Wir danken euch für diesen Vertrauensvorschuss und versprechen euch, alles in unserer Macht Stehende zu tun, diese Gemeinde, nein, eure Gemeinde nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen und wachsen zu lassen. Ihr hinterlasst ein großes Loch, das selbst die bestmögliche Nachfolge wahrscheinlich nie ganz ausfüllen kann.
Wir haben uns oft über den Abschied von euch unterhalten aber es fühlte sich immer nach etwas an, das in ferner Zukunft liegt. Und jetzt schreiben wir hier diesen Text, weil wir ihn im letzten Gemeindebrief vor eurer offiziellen Verabschiedung veröffentlichen wollen. Es folgen schon bald eine letzte gemeinsame Adventszeit, ein letztes Weihnachtsfest, eine letzte Presbyteriumssitzung, ein letzter Gottesdienst… So sehr wir uns auf jeden dieser Anlässe freuen, die Tatsache das es jeweils ein letztes Mal mit euch ist, macht uns wehmütig.
Wir möchten diesen Text eigentlich nie enden lassen, weil auch das wieder ein greifbarer Abschnitt auf dem Weg zu eurer Verabschiedung ist, aber die Realität holt uns schneller ein als uns lieb ist. Der Abschied ist gekommen.

Wir wünschen euch von Herzen für euren neuen Lebensabschnitt, viel Glück, Gesundheit, Kraft und Vertrauen und dass alles so wird wie ihr es euch wünscht.

Euer Presbyterium Marcel Mostert, Vorsitzender

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